Ostermarsch 2022

Eine echte Herausforderung: Angesichts des Krieges in der Ukraine einen Ostermarschaufruf zu verfassen, der von möglichst vielen der vernetzten Gruppierungen mit getragen werden kann.

"Die Waffen nieder!"

Das diesjährige Motto entstammt von einem Romantitel von Berta von Suttner, die vor mehr als hundert Jahren die Kriegs-Szenarien beschrieb wie sie heute noch zu sehen sind.

Der Ostermarschaufruf ist hier verlinkt

Die beiden Rednerbeiträge

von Christoph Marischka (IMI)  Informationsstelle Militarisierung (IMI)

und Elisabeth Heyn (IPPNW)   Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs

sind hier nachzulesen.

Es waren weit über 1000 OstermarschiererInnen dieses Jahr dabei. Die Friedensbewegung wird gebraucht.

 

Friedensgebet im Anschluss an die Ostermarschkundgebung

fand dieses Jahr in der Kirche St.Jakob statt.

Ein Team von Christine Mössner, Günter Höcht vom NEFF, Maria Dötzer von Pax Christi und Barbara Hauck, Pfarrerin an St.Jakob gestaltete den Gottesdienst.

Die Auftaktkundgebung Nürnberg-Nord wurden vom NEFF mit gestaltet.

Hier die Rede von Hans-Günther Schramm Ostermarsch 2022

Liebe Friedensbewegte,

Nein zum Krieg – die Waffen nieder!

Das ist und bleibt unsere erste und wichtigste Forderung.

Wir verurteilen den brutalen Krieg Russlands gegen die Ukraine. Für Krieg gibt es keine Rechtfertigung, für diesen gegenwärtigen nicht wie für jeden Krieg in Vergangenheit und
Zukunft. Krieg, Militär und Konfrontation lösen keines der wichtigen Probleme auf dieser Welt, wie Hunger, Flucht, Klimakatastrophe und soziale Ungleichheit.

Es gibt auch bei diesem Konflikt nur eine politische Lösung auf der Basis einer ungeteilten gemeinsamen Sicherheit.

Notwendig ist ein sofortiger umfassender Waffenstillstand und die Aufnahme von Verhandlungen. Vorrangiges Ziel dabei: Rückzug aller Truppen und die Aufhebung der Sanktionen.

Aber gleichzeitig sollten wir hartnäckig an unserem Ziel arbeiten: Europas Sicherheit und Frieden ist nur mit allen Europäern zu erreichen, von Gibraltar bis Russland. Es gibt nur eine politische Lösung auf der Basis der Prinzipien der gemeinsamen Sicherheit. Die Wiederbelebung der OSZE wäre hier ein Ansatz. Das, was Michail Gorbatschow damals mit dem hübschen Begriff vom „Gemeinsamen europäischen Haus“ beschrieben hat. Eine Europäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur. Dies wird nicht leicht werden, aber eine scharfe Auseinandersetzung mit dem galoppierenden Bellizismus ist unumgänglich. Dann gelingt vielleicht doch noch, was nach 1989 versäumt wurde.

Wenn ich heute im Fernsehen Talkshows oder Berichte über die politischen Diskussionen in Berlin oder auch in Brüssel sehe, fällt mir immer öfter George Orwells „1984“ ein. Eine Begriffsverdrehung nach der anderen: Ein Beispiel nur. Diese ganzen Diskussionen um die Sanktionen sollen uns doch nur Sand in die Augen streuen. Wen treffen sie denn, Putin und seine Generäle? Bah, dass ich nicht lache. Oder die ganze Oligarchen-Clique um ihn herum? Quatsch, die leben weiter im Überfluss. Nein, die sind ja auch gar nicht das benannte Ziel. Es wird doch von der Bundesregierung ganz offen benannt, dass das russische Volk durch die Einschränkungen zum Aufruhr gegen die Machthaber gebracht werden soll.

Und hier bei uns im Westen: Wer verliert denn seine Jobs, wenn Russland die Öl-, Gas- und Kohle-Lieferungen einstellt, wer hat dann Hunger und friert? Das sind doch nicht die Wirtschaftsbosse und ihre politischen Handlanger, das werden doch die sein, die heute schon knapp dran sind. Ich zitiere Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald: „Seit der Invasion Russlands in die Ukraine haben wir zahlreiche Solidaritätsbekundungen von internationalen und speziell westlichen Energie- und Finanzunternehmen gehört. Unsere Recherchen zeigen aber, dass die meisten von ihnen weiterhin Profite vor die Moral stellen.“

So ist das. Ich kann mich noch gut erinnern: Rheinmetall hat 2014 dagegen geklagt, nach der Krim-Annektion ein zuvor bestelltes Gefechtsübungszentrum nicht mehr nach Russland ausliefern zu dürfen. Geldgier geht – fast -- immer vor Anstand und Moral.

Dabei gibt es doch zu diesem ganzen Kriegsgeschrei eine Alternative: 2015 haben 35% der befragten Ukrainer* innen gewaltlosen zivilen Widerstand und 34% militärischen Widerstand bei einer bewaffneten ausländischen Intervention befürwortet. Leider hat die ukrainische Regierung im Zusammenspiel mit der NATO inzwischen ganz auf militärische Mittel umgeschwenkt und wird ja wohl auch aus der Bevölkerung dabei unterstützt. Trotzdem gibt es viele Beispiele gewaltfreien Widerstands aus dem aktuellen Geschehen in der Ukraine.

Ja, es gibt für uns von der Friedensbewegung jede Menge zu tun: Wie gesagt, es wird nicht leicht und locker gehen, aber wir wollen es anpacken:

Krieg darf nicht sein – weder nach Gottes Willen noch nach unserem Wollen.

Nein zum Krieg – die Waffen nieder!