Arbeitskreis Palästina

Der Arbeitskreis Palästina im

Nürnberger Evangelischen Forum für den Frieden (NEFF) e.V.

informiert über die Situation in Israel/Palästina


 

 

Abschied von Pfarrer i.R. Dieter Helbig

 

Ein Nachruf des AK Palästina im Nürnberger Evangelischen Forum für den Frieden

 


 

Der Arbeitskreis Palästina trauert um sein langjähriges Mitglied Dieter Helbig. Er starb am 23. August 2020. Die Trauerfeier zu seinem Gedenken fand am 24. September 2020 in der St. Rochus-Kirche in Zirndorf statt, zu deren Gemeinde er seit seinem Ruhestand gehörte.
Dieter Helbig war ein echter Franke. Geboren am 15. September 1935 in Bayreuth, studierte er zunächst Germanistik an der LMU München. Dort lernte er seine Frau Gisela, geb. Heinze, kennen. Ihre erste Wohnung hatten beide in Nürnberg, nachdem er sich für das Studium der Theologie in Erlangen entschieden hatte.
Nach dem Vikariat in Spiegelau im Bayerischen Wald und der Ordination in Passau bekam er seine erste Pfarrstelle 1966 in Nördlingen. Pfarrer, die sich für soziale Gerechtigkeit und einen gerechten Frieden in der Welt politisch einsetzen, haben es in ihren Gemeinden nicht immer leicht. Dieter Helbig war im positiven Sinn ein streitbarer Geist, der seine Meinung zum politischen Geschehen als Pfarrer nicht zurückhielt.
Im Jahr 1971 zog die Familie nach München, wo er an der Emmauskirche eine Pfarrstelle übernahm. Gisela Helbig hatte sich schon lange für die Bewegung „Frauen für Südafrika“ gegen das dortige Apartheidregime engagiert. Da wundert es nicht, dass beide nach Tansania gingen, um dort für sechs Jahre bei den Massai im Dienst der „Mission EineWelt Neuendettelsau“ zu arbeiten.
Nach der Rückkehr übernahm Dieter Helbig bis zu seinem Ruhestand verschiedene Pfarrstellen, u.a. in Schonungen/ Unterfranken. Als kritischer Atomkraftgegner führte er in seinem Engagement für den Frieden in der Welt und die Bewahrung der Schöpfung schon bald Andachten vor dem AKW Grafenrheinfeld durch.
Ebenso folgerichtig war dann auch sein Engagement für die „Solidarität International“ (SI) und auch für „Pax Christi“. Dieter Helbig hat sich intensiv mit der Rolle der Kirche in der NS-Zeit auseinandergesetzt und dann auch die Haltung seiner Landeskirche zu den aktuellen Problemen der Zeit, z. B. zu dem Konflikt Israel- Palästina hinterfragt. So kam er schon früh zum NEFF und dadurch zum AK Palästina.
„Ich kann es nachvollziehen, wenn Palästinenser, denen man mit Gewalt ihr Land und ihre Häuser nimmt, gewalttätig werden“, schrieb er im Bayerischen Pfarrerblatt und zog sich damit einen wahren „Shitstorm“ seiner evangelischen Pfarrerkollegen zu.

Ja, Dieter Helbig hat es sich und manchen Mitmenschen nicht immer leicht gemacht, aber nicht deshalb, weil er sich wichtigmachen wollte, sondern aus seinem tiefen christlichen Glauben heraus. Seit seinem Eintritt in den Ruhestand hat er sich mit seiner Ehefrau für die Flüchtlingsarbeit im Asylkreis St. Rochus in Zirndorf engagiert. Dort initiierte er interreligiöse Segnungsgottesdienste in der Kapelle der ZAE (heute Ankerzentrum).
Dieter und Gisela Helbig waren seit Beginn im AK Palästina im NEFF voll engagiert. Wir sind traurig, dass er nicht mehr bei uns ist. Mit ihm fehlt uns auch manches Mal seine kritische Stimme. So wird er uns auch weiterhin im Gedächtnis und Herzen bleiben.

Nürnberg/ Zirndorf, im September 2020

Reinhard Eisenberg

 

 


 

 

Unser Ziel ist es, zu einem gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina beizutragen. Insbesondere wollen wir auf Kirche, Politik und Gesellschaft Einfluss nehmen.

 

  • Wir laden Expertinnen und Experten aus Palästina und Israel ein und informieren öffentlich
  • Wir arbeiten in dem bundesweiten Koordinationskreis Palästina und Israel (KOPI) mit und vernetzen uns mit zahlreichen Initiativen
  • Wir unterstützen ohne Wenn und Aber das Existenzrecht Israels in den international anerkannten Grenzen von 1949

 

Seit 1967 hält der Staat Israel das Westjordanland, Ostjerusalem und die Golanhöhen militärisch besetzt. Alle Zugänge zum Gazastreifen sind blockiert.

Mit der Besatzung geht die Entrechtung der palästinensischen Bevölkerung einher. Landraub, Entzug der wirtschaftlichen Lebensgrundlagen, die Besiedelung und Annexion von Grund und Boden sind die Folgen. Der Bau der Mauer, oft nicht auf der Grenze, sondern weit im palästinensischen Gebiet, zementiert diese völkerrechtswidrige Politik. Ein Staat Palästina wird dadurch zunehmend unmöglich.

Gerade weil die Entstehung des Staates Israel eng mit den Verbrechen Deutschlands an den Juden verknüpft ist, tragen wir Deutschen eine besondere Verantwortung dafür, dass die einheimische Bevölkerung in Palästina nicht zum Opfer der Opfer wird. Der Holocaust darf nicht zur Rechtfertigung von Menschenrechtsverletzungen werden.

Medien, Kirchen und politische Parteien in Deutschland dürfen nicht weiter zu der aggressiven Expansions- und Unterdrückungspolitik des Staates Israel schweigen. Die Bundesregierung muss endlich die Initiativen der Europäischen Union und anderer Staaten unterstützen, die darauf abzielen, Israel zu ernsthaften Schritten für eine gerechte Lösung des Konflikts zu bewegen.

Der AK Palästina im NEFF zieht seine Unterschrift unter dem deutschen Aufruf zu BDS zurück. Er sieht in der Unterstützung für BDS eher ein Hindernis für die berechtigte Kritik an der Politik des Staates Israel.

 

Prof. Dr. Abed Schokry

 

Unsere vergangene Veranstaltung

"In Gaza leben"

mit Prof. Dr. Abed Schokry am 29.07.2019 war sehr gut besucht.

 

 

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