Mahnwache Fukushima

Die wöchentliche Mahnwache zum Atomunfall in Fukushima wird fortgeführt, bis das letzte AKW in Deutschland außer Betrieb gegangen ist.

Sie findet  jeden Montag von 15 bis 16 Uhr am Hallplatz statt.   

Hier die Liste aller deutschen Atomkraftwerke - stillgelegte und aktive zum DOWNLOAD.

 


 

Ansprache von Hans-Günther Schramm

am 5. April 2021 auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Nürnberg

beim Auftakt zum Ostermarsch  

 

Am 11. März 2011 bebte 160 Kilometer vor Japans Ostküste für zwei Minuten die Erde. Wenig später erreichten riesige Flutwellen das Land. Neben anderen schrecklichen Verwüstungen, die viel menschliches Leid verursachten, führte der Tsunami zum Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima.

Wer wie wir am 12. März 2011 in der Menschenkette vom AKW Neckarwestheim bis nach Stuttgart stand, wird es kaum vergessen: Während 60 000 Protestierende eine 45 Kilometer lange Menschenkette bildeten, flimmerte zeitgleich die Meldung von dem Super-GAU über die Bildschirme. Nur wenig später gelang es dank einem nie dagewesenen zivilgesellschaftlichen Bündnis, den Atomausstieg in Deutschland durchzusetzen. Ende nächsten Jahres gehen die letzten drei deutschen Atomkraftwerke vom Netz.

 In Japan liefern von derzeit neun für den Betrieb genehmigten AKWs nur vier Strom. Die Arbeiten an den havarierten Reaktoren werden noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Ein großes Problem bleibt die Aufbewahrung des verseuchten Wassers. Nur internationaler Druck konnte bisher vereiteln, dass die japanische Regierung das Wasser ins Meer ableitet.

 Solche Sorgen erübrigen sich bei 100% Erneuerbarer Energie weltweit!

 Auch wenn der letzte Atommeiler in Deutschland abgeschaltet ist, wird uns die Suche nach einem Atommüll-Endlager noch Jahrzehnte fordern – mindestens. Trotzdem versucht die Atomlobby zehn Jahre nach Fukushima, Atomkraft als Wundermittel gegen die Klimakrise zu verkaufen.

Es gibt aber keine Renaissance der Atomenergie – auch nicht mit neuen kleinen modularen Atomreaktoren. Seit Jahren geistert in den Medien diese Idee herum. Insbesondere das medial hochgepuschte Buch von Bill Gates zur Bekämpfung des Klimawandels stellt die Atomenergie als Lösung für das Klimaproblem in den Mittelpunkt und darin insbesondere neue kleine modulare Kernreaktoren. Gates behauptet wie viele andere Atombefürworter, dass neue Reaktorkonzepte kostengünstig Strom erzeugen könnten, schnell zu bauen seien und gleichzeitig die Sicherheits- und Atommüllprobleme lösen würden. Doch wissenschaftlich belastbare Belege konnte bisher niemand aus der Atomszene für solche Behauptungen vorlegen, geschweige denn ein realisiertes kommerzielles Projekt dazu.

Die EU-Staaten haben kürzlich weitere 5.6 Milliarden für das Kernforschungsexperiment ITER im französischen Cadarache beschlossen. Damit sind nur 15 Jahre nach der 2006 gefallenen Entscheidung für ITER die ursprünglich geplanten Kosten um das Dreifache auf inzwischen 20 Milliarden Euro angestiegen. Selbst die immer sehr optimistischen Kernfusionsforscher*innen rechnen nun frühestens 2060 mit einem ersten einsatzbereiten Kernfusionsreaktor. Damit setzt sich der größte Forschungsflop, den die Weltgemeinschaft je gesehen hat, unbeirrt weiter fort, trotz aller Rückschläge und nutzlosen riesigen Milliarden-Ausgaben und führt damit zu einem absoluten Absurdistan. 

Dabei sollten die Fusionsforscher*innen einfach mal gefragt werden, ob sie denn heute nach 70 Jahren Forschung endlich eine Perspektive für das alles entscheidende und ungelöste Problem eines Kernfusionsreaktors haben: Ein Material, welches den irre hohen Belastungen als Ummantelung des Fusionsplasmas standhalten kann. Dieses Plasma wird eine Temperatur von 150 Millionen Grad und einen sehr hohen Druck während der Kernfusion entwickeln. Für diesen ganzen Irrsinn hat die EU schon 20 Milliarden zum Fenster rausgeschmissen. Was hätten wir dafür an Wind-, Wasser- und Photovoltaik-Anlagen in Europa bauen können!

Es gibt nur einen sinnvollen Weg: wir müssen es bis 2030 schaffen, eine Energieversorgung auf Basis 100% Erneuerbarer Energien zu verwirklichen.  

Weg mit Kohle und Atom – erneuerbar ist unser Strom!

 

Hans-Günther Schramm

 

 

 


 

Fukushima ist überall

 
 
Zehn Jahre nach dem verheerenden Atomunfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima erinnerten die Aktivist*innen der wöchentlichen Mahnwache am 11. März 21 auf dem Hallplatz an die immer noch existierenden Gefahren - weltweit und auch bei uns. Im jahr 2022 sollen die letzten deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Es bleiben uns die AKWs in unseren Nachbarländern und der atomare Abfall, der für eine Million Jahre (!) sicher eingelagert werden muss. Für dieses Endlager gibt es in Deutschland noch immer keinen Standort.   

Wahrhaft genug Anlässe für Mahnwachen und die Erinnerung an eine tödliche Gefahr, die uns und unseren Nachkommen bleiben wird.